Fusion – Strukturgutachten bestätigt gemeinsames Medizinkonzept

Außenansicht der Klinik Kitzinger Land.   Außenansicht der Main-Klinik Ochsenfurt.

Pressemitteilung der Landratsämter Kitzingen und Würzburg

 

 

Weiterer Schritt zur Fusion von Klinik Kitzinger Land und Main-Klinik Ochsenfurt

 

Strukturgutachten bestätigt gemeinsames Medizinkonzept – Notfallversorgung bleibt an beiden Standorten gesichert

 

 

KITZINGEN/LANDKREIS WÜRZBURG. Die Klinik Kitzinger Land und die Main-Klinik Ochsenfurt gehen den nächsten wichtigen Schritt auf dem Weg zu ihrer Fusion. Das nun vorliegende regionale Strukturgutachten der ZEQ AG Unternehmensberatung – welches mehrere Kliniken der Region einbezieht – empfiehlt eine zukunftsfähige Krankenhausstruktur an den beiden Standorten zur langfristigen Sicherung einer hochwertigen Versorgung. Dieses Gutachten wurde bereits den zuständigen Kreistagen sowie dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) zur Umsetzung empfohlen. Ein zentraler Auszug aus den Ergebnissen bestätigt dabei ausdrücklich, dass die Fusion der Klinik Kitzinger Land und der Main-Klinik Ochsenfurt ein wichtiger und richtiger Schritt ist.

Zukunft gemeinsam gestalten
Die Verantwortlichen der beiden Kliniken haben den 1. Juli 2027 als Zieltermin im gemeinsamen Fahrplan definiert und empfehlen den politischen Gremien, dass die Mainland Kliniken zu diesem Datum ihre Arbeit als gemeinsames Kommunalunternehmen aufnehmen. Dieses soll von den Landkreisen Kitzingen und Würzburg jeweils zur Hälfte getragen werden. Die endgültige Entscheidung über dieses umfangreiche Beschlusspaket und damit den rechtlichen Zusammenschluss liegt bei den Kreistagen der beiden Landkreise, die hierzu voraussichtlich im Herbst dieses Jahres beraten und entscheiden werden. Denn durch die verschiedensten Vorgaben von Bund und Land ist die Krankenhausversorgung finanziell stark gefährdet. Im Anschluss an diesen politischen Prozess wird die schrittweise Umsetzung des medizinischen Konzepts erfolgen. Die geplanten medizinischen Schwerpunkte und organisatorischen Veränderungen würden dann in den darauffolgenden Monaten sukzessive umgesetzt, um einen reibungslosen Übergang für Patientinnen und Patienten sowie Mitarbeitende sicherzustellen.

Im Mittelpunkt steht dabei ein klares Ziel: Die Grund- und Notfallversorgung bleibt sowohl in Kitzingen als auch in Ochsenfurt weiterhin erhalten. Gleichzeitig werden medizinische Kompetenzen an jeweils einem Standort gebündelt, um Qualität, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit nachhaltig zu stärken.

„Heute geht es nicht mehr um die Frage, ob wir fusionieren, sondern darum, wie wir diesen Weg erfolgreich gestalten. Mit dem Strukturgutachten verfügen wir jetzt über eine belastbare Grundlage und einen klaren Fahrplan für die Umsetzung. Auf dieser Basis können wir die nächsten Schritte gezielt angehen, die Fusion konsequent vorantreiben und unsere Kliniken rechtzeitig für die Anforderungen der Krankenhausreform zukunftsfähig aufstellen.“, sagt Landrätin Tamara Bischof.

Auch Landrat Thomas Eberth sieht in dem Gutachten eine wichtige Bestätigung des eingeschlagenen Kurses: „Die Empfehlungen zeigen, dass Zusammenarbeit der einzig richtige Weg ist. Gemeinsam können wir die Herausforderungen der Krankenhausreform besser bewältigen. Die Bürger beider Landkreise werden von diesem mutigen Schritt in den kommenden Jahren und Jahrzehnten profitieren. Damit können auch zukünftige Defizite leichter getragen und Synergien erzeugt werden.“

Notfallversorgung bleibt an beiden Standorten gewährleistet
Ein zentrales Ergebnis des Gutachtens ist die Sicherung der Notfallversorgung an beiden Klinikstandorten.
In Kitzingen soll ein integriertes Notfallzentrum (inkl. Notfalldienst der Kassenärztlichen Vereinigung) entwickelt werden. Auch in Ochsenfurt bleibt die Versorgung aller Notfallpatientinnen und -patienten gewährleistet.
„Für die Menschen in der Region ist diese Botschaft besonders wichtig: Wer medizinische Hilfe benötigt, findet auch künftig an beiden Standorten eine verlässliche Notfallversorgung. Unser Anspruch ist es, die medizinischen Strukturen Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und gleichzeitig die Versorgung jederzeit zuverlässig aufrechtzuerhalten.“, sagt Christian Schell, Geschäftsführer der Main-Klinik Ochsenfurt.

Klare medizinische Schwerpunkte stärken beide Standorte
Das Gutachten empfiehlt für die Mainland Kliniken ein sogenanntes pragmatisches Umsetzungsszenario, das von den Gutachtern, den beteiligten Kliniken und dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention klar befürwortet wird. Künftig werden die beiden Krankenhausstandorte ihre jeweiligen Stärken gezielt weiterentwickeln.

Am Standort Kitzingen werden insbesondere die Unfallchirurgie und Orthopädie mit Endoprothetik sowie die Wirbelsäulenchirurgie gebündelt. Darüber hinaus bleiben die Kardiologie mit Herzkatheterlabor, die Gastroenterologie sowie die Gynäkologie mit Geburtshilfe und Brustkrebszentrum wichtige Bestandteile des medizinischen Angebots.

Der Standort Ochsenfurt entwickelt sich insbesondere in den Bereichen Allgemein- und Viszeralchirurgie, Gefäßchirurgie, Urologie und Innere Medizin weiter. Neu soll dort eine geriatrische Fachabteilung aufgebaut werden, um dem steigenden Bedarf älterer Patientinnen und Patienten gerecht zu werden.

Als standortübergreifende Klammer fungieren die Bereiche Anästhesie, Intensiv- und Notfallmedizin. Hier wird jeweils nur noch ein Chefarzt die Versorgung an beiden Standorten organisieren.

„Die Spezialisierung bedeutet keinen Abbau von Versorgung, sondern eine sinnvolle Konzentration von Leistungen. So können wir medizinische Qualität weiter verbessern, Mindestmengen erfüllen und unsere Ressourcen effizient einsetzen“, erläutert Thilo Penzhorn, Vorstandsvorsitzender der Klinik Kitzinger Land.

Dr. Uwe Pfeiffle, Mitglied des Vorstands der Klinik Kitzinger Land, ergänzt: „Das Medizinkonzept orientiert sich konsequent an den Empfehlungen des Strukturgutachtens und den Vorgaben der Krankenhausreform. Damit schaffen wir eine Struktur, die sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich tragfähiger ist und den Patientinnen und Patienten langfristig zugutekommt.“

 

 

Grafik zur Übersichgt über die Fachabteilungen der Mainland Kliniken nach Klinikfusion. An beiden Standorten entsteht ein attraktives Fachabteilungsspektrum. Links: Fachabteilungsspektrum nach Fusion der Klinik Kitzinger Land. Rechts: Fachabteilungsspektrum nach Fusion der Main-Klinik Ochsenfurt. Gezeigt werden Piktogramme zur Visualisierung der Fachabteilungen.

Quelle: Strukturgutachten Stadt und Landkreis Würzburg, Landkreis Kitzingen

 

 

Sicherheit für die Mitarbeitenden
Mit der Fusion verbunden ist auch ein klares Signal an die Beschäftigten:
Es wird keine betriebsbedingten Kündigungen geben.
Ziel ist ausdrücklich, das vorhandene Fachwissen innerhalb des gemeinsamen Klinikverbunds zu sichern und weiterzuentwickeln. Die medizinische Schwerpunktbildung wird zu noch umfassenderer Behandlungs-Kompetenz am jeweiligen Standort führen.
„Unsere Mitarbeitenden sind die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg der Fusion. Deshalb steht fest: Wir brauchen jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter. Die Veränderungen werden gemeinsam gestaltet – mit klarer Kommunikation, enger Zusammenarbeit und einer langfristigen Perspektive für alle Beschäftigten“, betont Robert Scheller, Vorstand des Kommunalunternehmens Landkreis Würzburg und Geschäftsführer der Main-Klinik Ochsenfurt.

Starke Krankenhausversorgung trotz unsicherem Umfeld
– erste Umsetzungen für 2028
Das Strukturgutachten empfiehlt ausdrücklich die Zielstruktur mit zwei leistungsfähigen Krankenhausstandorten in Kitzingen und Ochsenfurt ab 2028. Gleichzeitig weist es darauf hin, dass sich die Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen – etwa durch die andauernden Reformbemühungen, die Ambulantisierung und die demografische Entwicklung – langfristig weiter verändern werden. Vor diesem Hintergrund kann zu einem späteren Zeitpunkt geprüft werden, ob weitergehende Versorgungsmodelle, wie beispielsweise eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (SÜV), sinnvoll und umsetzbar sind.
Ziel dabei ist, die wirtschaftliche Situation des gemeinsamen Kommunalunternehmens „Mainland Kliniken“ zu verbessern.
Solche Konzepte sind jedoch nicht Gegenstand der jetzt beschlossenen Struktur und wären unter den gesetzgeberischen Bedingungen derzeit nicht realisierbar.

Die Verantwortlichen in den Kliniken werden die Umsetzung des Medizinkonzepts nun kontinuierlich begleiten und die Versorgungsstrukturen regelmäßig überprüfen, um auch künftig eine hochwertige, wohnortnahe und bedarfsgerechte Gesundheitsversorgung für die Menschen in der Region sicherzustellen.

Klar ist aber auch: Mit dem rechtlichen Zusammenschluss der Klinik Kitzinger Land und der Main-Klinik Ochsenfurt zum 1. Juli 2027 beginnt erst die praktische Umsetzung der gemeinsam entwickelten Strukturen. „Das wird noch viel Herzblut, Engagement und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten erfordern“, sind sich die Verantwortlichen einig.

Zahlen, Daten, Fakten
Die Klinik Kitzinger Land verfügt über 200 Betten und beschäftigt rund 780 Mitarbeitende. Jährlich werden dort rund 9.800 Patientinnen und Patienten stationär behandelt und etwa 4.650 Operationen durchgeführt. Die Main-Klinik Ochsenfurt verfügt über 140 Betten und rund 500 Mitarbeitende. Pro Jahr werden dort etwa 6.500 Patientinnen und Patienten stationär versorgt und rund 4.000 Operationen durchgeführt. Ab dem 1. Juli 2027 werden beide Krankenhäuser unter dem Dach der Mainland Kliniken zusammengeführt. Die Klinik Kitzinger Land und die Main-Klinik Ochsenfurt werden auch künftig unter ihren vertrauten Namen auftreten.

 

 

Setzen die Klinikfusion um (von links):
Christian Schell (Geschäftsführer Main-Klinik Ochsenfurt), Thilo Penzhorn (Vorstand Klinik Kitzinger Land), Kitzingens Landrätin Tamara Bischof, Würzburgs Landrat Thomas Eberth, Dr. Uwe Pfeiffle (Vorstand Klinik Kitzinger Land) und Robert Scheller (Geschäftsführer Main-Klinik Ochsenfurt). Foto: Benno Schwab

 

 

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