Gastroenterologie und Hepatologie

In der Abteilung durchgeführte Untersuchungsmethoden:

 

A.) Endoskopische Diagnostik

 

Magenspiegelung:

Die Gastroskopie (Magenspiegelung), medizinisch auch Ösophagogastroduodenoskopie (ÖGD), ist eine medizinische Untersuchungsmethode des oberen Teils des Verdauungstraktes. Mit ihrer Hilfe ist es möglich, das Innere der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarms anzusehen. Während der Untersuchung können Proben z.B. aus erkrankten Arealen entnommen werden. Bei der Magenspiegelung wird ein bewegliches Endoskop über den Mund in die Speiseröhre eingeführt.

Wenn der Patient dies wünscht, wird ihm vor der Untersuchung ein kurz wirksames Narkosemittel intravenös gespritzt, so dass der Patient während der ganzen Untersuchung schläft und keine Schmerzen verspürt. Schon wenige Minuten nach der Untersuchung ist der Patient wieder vollkommen wach und die Untersuchungsergebnisse können gemeinsam besprochen werden.
Der Patient darf dann aber für den Rest des Tages kein Fahrzeug steuern.

 

Darm- oder Enddarmspiegelung:

Die Spiegelung des Dickdarms (Koloskopie) und des Enddarms (Rektoskopie/ Proktoskopie) ist eine besonders wichtige Untersuchung zur Früherkennung des Darmkrebses, bei Abgang von frischem oder bei Beschwerden.

Vor der Koloskopie wird der Darm des Patienten durch abführende Maßnahmen gereinigt.

Im Rahmen der Untersuchungen werden dann z. B. Polypen, die Vorstufen des Dickdarmkrebses sein können, mit einer Zange oder Schlinge abgetragen.

Wenn der Patient dies wünscht, wird ihm vor der Untersuchung ein kurz wirksames Narkosemittel intravenös gespritzt, so dass der Patient während der ganzen Untersuchung schläft und keine Schmerzen verspürt. Schon wenige Minuten nach der Untersuchung ist der Patient wieder vollkommen wach und die Untersuchungsergebnisse können gemeinsam besprochen werden.
Der Patient darf dann aber für den Rest des Tages kein Fahrzeug steuern.
Die Darmspiegelung kann bei uns ambulant und stationär durchgeführt werden.

 

Endosonographie:

Bei der Endosonographie wird eine Ultraschalluntersuchung über ein an einer Endoskopspitze angebrachtes, ca. 2 cm kleines Ultraschallgerät durchgeführt. Die Untersuchungssonde kann dadurch viel näher an das zu untersuchende Organ z.B. die Bauchspeicheldrüse oder die Gallenwege  herangebracht werden. Störungen durch Luft oder Knochen können so vermieden werden. Besonders geeignet ist die Endosonographie zur Untersuchung der Oberbauchorgane und des Enddarmes

 

ERCP (Darstellung der Gallenwege - Endoskopisch retrograde  Cholangiopankreatikographie):

Diese Untersuchung dient der Darstellung der Gallengänge ("cholangio") und des Bauchspeichel-Drüsengang-Systems ("pankreatiko").
Retrograd bedeutet, dass die Gallenwege und der Ausführungsgang der Bauchspeicheldrüse von ihrer Mündung im Zwölffingerdarm (Duodenum) bis zu ihrem Ursprung zurückverfolgt werden.
Mit Hilfe eines flexiblen Spezialendoskops kann der Zwölffingerdarm von innen betrachtet werden und die gemeinsamen Mündung der Ausführungsgänge von Pankreas und Galle aufgesucht werden. In diese Ausführungsgänge wird dann ein Katheter eingeführt werden und die Gänge mit Kontrastmittel, das in der Röntgendurchleuchtung sichtbar ist, gefüllt werden. Hierbei werden Gangveränderungen oder Steine in den Gallenwegen sichtbar.
Je nach Befund können Proben für die feingewebliche (histopathologische) Untersuchung entnommen, die Mündungsstelle durch einen kleinen Schnitt mit dem Elektromesser erweitert (Papillotomie), Steine geborgen oder Drainagen eingelegt werden.
 
 

Perkutane Transhepatische Cholangiographie (PTC):

Ähnlich der ERCP dient die PTC der Darstellung der Gallenwege. Das Kontrastmittel wird dabei aber nicht "von innen" über den Zwölffingerdarm injiziert. Vielmehr wird über einen kleinen Stich durch die Haut ("perkutan") und das Lebergewebe ("transhepatisch") Kontrastmittel von außen in die Gallenwege injiziert  unter Röntgenkontrolle. Durch dieses Verfahren können auch Drainagen zur Galleableitung nach innen oder außen (PTCD) oder Stents in die Gallenwege eingelegt werden.

 

Spiegelung der Bronchien:


Bei der Bronchoskopie wird ein bewegliches Endoskop über den Mund (oder die Nase) in die Atemwege eingeführt. Hierüber können der Rachenraum, die Stimmbänder, die Luftröhre und die Bronchien in hoher Auflösung betrachtet werden.
Es können Proben entnommen werden und Fremdkörper entfernt werden.
Endoskope für die Bronchien haben heute nur noch einen Durchmesser von 6  mm.
Die Untersuchung wird in Kurznarkose durchgeführt, so dass der Patient während der ganzen Untersuchung schläft und keine Schmerzen verspürt.

 

B.) Endoskopische Therapie

 

- Polypektomie (Endoskopische Entfernung von Polypen (Krebsvorstufen))

- Papillotomie (Erweiterung der Gallengangöffnung zur Steinentfernung usw.)

- Stenteinlagen (Einlage eines Plastik- oder Metall-Maschendraht-Katheters in Gallengang oder Speiseröhre)

- PEG (Endoskopische Einlage einer Ernährungssonde in den Magen durch die Bauchdecke)

- Blutstillung durch Einspritzung verschiedener Medikamente, Clips oder "Laser" (Argonplasmakoagulation)

- Bougierung, Pneumatische Dilatation (Erweiterung von Verengungen infolge von Vernarbung, Tumor oder Achalasie)

- Ösophagusvarizenligatur und -sklerosierung, Histoacry-Sklerosierung

- Hämorrhoiden-Ligatur und -sklerosierung

- Fremdkörperentfernung

- Botulinumtoxin-Behandlung (bei Achalasie, bei Analfissur)

 

C.) Sonographie

 

- Sonografie der Bauchorgane mit und ohne Kontrastmittel

- Thoraxsonografie

- Gefäß-Doppler-Sonografie

- Schilddrüsen- und Halssonographie

- ultraschallgesteuerte Punktionen z. B. von Organen im Bauchraum im Thoraxraum und im Halsbereich

- Pleurapunktion

- Bauchwasser (Ascites)-Punktionen

 

D.) Gastrointestinale Funktionsdiagnostik

 

Manometrie des Ösophagus:

Verkrampfungen oder Bewegungsstörungen der Speiseröhre können mit dieser Methode erkannt oder ausgeschlossen werden. Dafür wird eine Mess-Sonde (High Resulution) durch ein Nasenloch bis unter den Mageneingang gelegt. Anhand von Schluckvorgängen wird die Bewegung und der Druck der Speiseröhre ausgemessen.

Die Untersuchung kann ambulant(vorstationär) oder während eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Sie dauert ca. 30 Minuten. Diese Untersuchung wird angewandt bei Refluxbeschwerden, unklaren Thoraxschmerzen und ist Voraussetzung vor einer Fundoplikatio (Operative Behandlung einer Zwerchfellhernie)

 

24 Stunden-pH-Metrie des Ösophagus:

Dauer und Schweregrad eines Rückflusses von Magensäure in die Speiseröhre können mit dieser Methode erkannt und quantifiziert werden. Eine dünne flexible Sonde wird durch ein Nasenloch bis in die Nähe des Mageneingangs gelegt , verbleibt dort 24 Stunden und ist mit einem tragbaren Aufzeichnungsgerät verbunden. Diese Untersuchung kann ambulant(vorstationär) oder während eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Diese Untersuchung wird angewandt bei Refluxbeschwerden, unklaren Thoraxschmerzen und ist Voraussetzung vor einer Fundoplikatio (Operative Behandlung einer Zwerchfellhernie)

 

24 Stunden-Impedanzmessung des Ösophagus:

Diese Untersuchung wird meist in Kombination mit der 24-Stunden-pH-Metrie durchgeführt. Diese Methode kann auch nicht-saure Refluxereignisse aus dem Magen zurück in die Speiseröhre erfassen.

 

Atemteste für Laktose-/Fruktoseintoleranz:

Laktose- und Fruktose-Unverträglichkeit kann Blähungen und Bauchschmerzen verursachen. Bei diesen Untersuchungen wird nach Einnahme einer bestimmten Menge der Testsubstanz  anhand der Zusammensetzung der Ausatmungsluft gemessen, die die Substanz im Körper verstoffwechselt werden kann.Diese Untersuchung kann ambulant  (vorstationär) oder während eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Bestimme Verhaltensregeln zur Vorbereitung sind erforderlich.

 

E.) Radiologische Diagnostik

 

Colon-Kontrasteinlauf:

Die beste Untersuchung des Dickdarmes ist die Coloskopie. Dennoch ist es  in bestimmten Situationen sinnvoll, den Dickdarm mit Kontrastmittel zu röntgen. Dazu wird über eine in den After eingelegte Sonde Kontrastmittel in den Darm appliziert. So kann man Informationen über Engstellen oder Verschlüsse im Dickdarm erhalten und die innere Naht nach Darmoperationen beurteilen. Die Untersuchung kann je nach Fragestellung  auch über einen künstlichen Darmausgang durchgeführt werden. Diese Untersuchung erfolgt in der Regel im Rahmen eines stationären Aufenthaltes, evtl. auch vorstationär. Sie dauert 15 bis 30 Minuten.

 

Röntgen Ösophagus und Magen:

Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm werden zwar in erster Linie endoskopisch untersucht, Trotzdem kann es sinnvoll sein, diese Organe zu röntgen. Die kann der Fall sein z.B. vor einer Operation einer Zwerchfellhernie, um deren Lage und Größe und das Ausmaß des Rückflusses zu beurteilen. Nach einer Operation kann die L age und Funktion der inneren Naht beurteilt werden.

 

Röntgendurchleuchtung des Dünndarms (Enteroklysma nach Sellink):

Über eine dünne Sonde, die durch ein Nasenloch bis in den Zwölffingerdarm gelegt wird, wird Kontrastmittel eingespritzt und der Weg des Kontrastmittels durch den ca. 4 -  5 m langen Dünndarm beobachtet.  Die Untersuchung ist sinnvoll bei Verdacht auf Engstellen oder Aussackungen des Dünndarms.

Die Untersuchung kann ambulant(vorstationär) oder während eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Sie dauert ca. 45 Minuten.

Diese Untersuchung ist heutzutage weitgehend abgelöst von Kernspinuntersuchungen und wird nur noch in Einzelfällen durchgeführt.

 

F.) Schluckdiagnostik

 

Durchleuchtung des Schluckaktes (Videofluoroskopie):

Bei dieser Untersuchung wird mit einer hochauflösenden Röntgen-Durchleuchtungssequenz der Weg von Kontrastmittel in Flüssigkeit oder Nahrungsmittel verschiedene Konsistenz beim Schluckvorgang beobachtet. Diese Untersuchung wird bei Patienten nach Schlaganfall, bei Morbus Parkinson und bei Demenz, bei anderen neurologischen Krankheiten und auch eventuell nach Lungenentzündungen angewandt, um den Schluckvorgang zu beobachten und das Risiko einer Aspiration (Verschlucken in die Luftröhre) abzuschätzen. Die Untersuchung ist eine  Hilfestellung für logopädische Behandlung und Schlucktherapie. Die Untersuchung kann ambulant(vorstationär) oder während eines stationären Aufenthaltes durchgeführt werden. Sie dauert ca. 30 Minuten.

 

Endoskopische Betrachtung des Schluckaktes:

Alternativ oder ergänzend zur Röntgendarstellung kann der Schluckakt auch endoskopisch beobachtet werden. Dafür wird beim sitzenden Patienten ein dünnes Endoskop durch die Nase bis in den oberen Rachen eingeführt, so dass der Kehlkopf und die Stimmritze gut gesehen werden können. Unter Sicht schluckt der Patient dann farbige Flüssigkeiten oder Nahrung, und man kann beobachten, wie die Flüssigkeit oder Nahrung durch den Rachen wandert und ob  sie den falschen Weg in die Luftröhre nimmt.